Beuthner, Andreas: Workflow-Anbieter surfen auf der Internet-Welle, in: Computer Zeitung, Nr. 33, 14. 08. 1997.

THEMES: Beuthner, Andreas
YEAR: 1997
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User: Anonymous


LABEL: WAGS | Workflow | Workflow products
THINGS: Dissertation GR | Studienarbeit SK | WWW
TIME: 1997
 
Zitat aus Computer Zeitung Nr. 33 vom 14.08.1997, Seite 9
Eine in HTML und Java-Unterstützung sind sehr häufig schon Standard

Workflow-Anbieter surfen auf der Internet-Welle

Die Nachfrage nach Workflow-Systemen steigt- selbst wenn sie den speziellen Anforderungen eines Unternehmens nicht immer entsprechen. Neue Schuhkraft soll der Internet-Boom bringen.

Die tonangebenden Anbieter von Workflow-Systemen sowie computergestützter Dokumentenverwaltung und Archivierung trimmen ihre Programmpakete auf Internet-Fähigkeit. Die Branche will technische Defizite ausbügeln und das Image vom kostspieligen High-tech-Spielzeug loswerden. Filenet, IBM/Lotus, Staffware, die Xerox-Tochter Inconcert, Kodak/Wang, Documentum und SNI liebäugeln mit dem Internet-Datenformat und einem einheitlichen Transportprotokoll, um ihren EDM-Suites (Enterprise Document Management) Interoperabilität in heterogenen Systemen zu verleihen.

Die Defizite liegen vor allem in der Systemintegration. Die Übernahme von Geschäftsvorgängen durch einen elektronisch organisierten Workflow setzt voraus, daß die EDM-Plattform die Bearbeitung von Rechnungen, Zeichnungen, Reports und sonstigen Dokumenten im Einklang mit einer sinnvollen Prozeßlogik steuert. Das gelingt auf Anhieb bei wiederkehrenden Routinearbeiten. Unstrukturierte Abläufe dagegen benötigen eine vollständige Integration in die aktuellen Geschäftsprozesse.

Dafür muß ein sicherer und konsistenter Informationsfluß über Abteilungsgrenzen hinweg sowie zu Außendienstmitarbeitern und Niederlassungen gewährleistet sein. Erste Fortschritte brachte die Beschreibungssprache Standard Generalized Markup Language (SGML). Damit lassen sich strukturierte Dokumente erstellen, die sowohl aus Datenbanken ausgelesen, wie auch an externe Server weitergeleitet werden können. Die SGML-Semantik ist kompatibel zur Internet-Sprache HTML, benötigt aber einen Compiler.

Für die Einbindung von Workflow-Funktionen in Client-Anwendungen hat sich weltweit Open Document Management (ODMA) als Programmierschnittstelle durchgesetzt. Namhafte Vertreter der Branche, die der Association für Information and Image Management angehören, unterstützen es.

Hyperlinks erleichtern die Navigation

Dokumenten- und WorkflowSpezialisten sehen in Hyperlinks ein sehr gutes Mittel zur Navigation. Documentum beispielsweise liefert ein Server-Add-on, das eine Reihe seiner EDM-Funktionen in das Web-Format konvertiert. Der Viewer zeigt indizierte Dokumente sowie Statusmeldungen im Web-Format.

Zur Bearbeitung betriebswirtschaftlicher Abläufe kündigte SAP einen Web-fähigen Business-Workflow an, mit dem sich Kundenaufträge über Internetformulare ausführen lassen. Die Workflow-Komponente ist in R/3 eingebunden, so daß eine automatische Behandlung und Weiterleitung der Dokumente innerhalb der R/3-Welt erfolgt. Zum Funktionsumfang gehören mehrstufige Genehmigungsverfahren, elektronischer Umlauf sowie die Bearbeitung von Fehlermeldungen.

Ein Java-basierter Web-Client ist das Herzstück von Staffware Global, einer Web-fähigen Lösung, die Geschäftsprozesse auch für Telearbeitsplätze unterstützt. Die Einbindung von Applikationen, Images und Dokumenten in den Bearbeitungsvorgang ist ohne HTML-, Java- oder CGI-Kenntnissen möglich.

Der Ruf nach Workflow im Internet hat Filenet beflügelt, ihr Low-cost-Produkt Saros mit Internet-Funktionalität auszurüsten. Mit @mezzanine steht die gesamte Managementfunktionalität auf Basis eines sogenannten Thin client einem Internet-Browser zur Verfügung.

Ins selbe Horn stößt CSE Systems, Salzburg. Die neue Internet-Produktfamilie beruht auf den Komponenten CSE/Workflow Extranet und Intranet. Die Entwickler aus Österreich integrieren Standardelemente wie HTML, Active X und CGIScripts. Das CSE-Konzept sieht vor, daß mehrere Workflow-Server mit einem Web-Server kommunizieren, auf dem lediglich die Intranet-Komponenten laufen

. Andreas Beuthner