Nastansky, Ludwig: Webbasierte Technologien als treibende Kraft in Unternehmen, in: Scholz Christian und Joachim Gutmann (Hrsg.), Gerhard und Lore Kienbaum Stiftung, Webbasierte Personalwertschöpfung, Theorie - Konzeption - Praxis., Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2003, pp. S. 81-102.

Collaborative Concepts in Human Resource Management Environments

THEMES: Nastansky, Ludwig\...\GroupOrga
META STRUCTURES: LN\Papers | LN\...\01_Collaborati... | LN\...\03_Collaborati... | LN\...\03_Notes-Middl...
YEAR: 2003
 

Comments/attachments: Close
 
Summary
.

Das World Wide Web/Internet (WWW, Web) ist das Online-Medium mit der weitesten Verbreitung und den größten Zuwachsraten weltweit. Es ist hervorragend geeignet, integriert mit Intranet-Lösungen Informationsverteilung, Wissensmanagement und Kommunikation innerhalb von Organisationen und über ihre Grenzen hinweg zu unterstützen. Reine Informationsverteilung (‚one-to-many’) kennzeichnete die ersten explosionsartig verlaufenden Jahre der Web-Evolution. Bill Gates’ Vision von „information at your fingertips“ zu Beginn der letzten Dekade fand seine überzeugendste Inkarnation mit dem Start des World Wide Web: Im mehr oder weniger statisch-starren Konzept in den ersten Jahren des Web boten Organisationen mit ihrem „Internetauftritt“ der Welt eine Fülle von Informationen gepackt in bunte, virtuell dargebotene und passive „Brochure-Ware“ zur Betrachtung und zum Lesekonsum über Maus-Klick an.
.

Neben die reine Informationsverteilung sind jedoch seitdem grundlegend breitere Funktionen getreten. Es finden sich inzwischen die vielfältigsten Ansätze einer interaktiven, dynamischen, immerwährend ablaufenden (Re-) Kontextualisierung und zielgruppengerechten (Re-) Präsentation von Daten und Informationen im Web. Die Einschränkungen der Webauftritte der ersten Jahre mit ihren typischen Merkmalsmustern wie: statisch, unflexibel, nicht-interaktiv, nicht zielgruppengerecht, nicht individualisierbar, Überangebot von nutzlosen Informationen oder marketingüberladen werden aufgehoben. Der zweite Evolutionsschritt des Web hat stattdessen eine Orientierung an dynamischen, flexiblen, interaktiven, zielgruppenadäquaten, individualisierbaren und nüchtern geschäftszentrierten Webschnittstellen. Diese Webschnittstellen der zweiten Generation „wissen“ um die spezifischen Anliegen des jeweiligen Kommunikationspartners im Rahmen nicht anonymer Interaktionsprozesse. Kurz, geschäftsorientierte Professionals ersetzen bei der Entwicklung von Web-Anwendungen die zur ‚Broschüren’-Erstellung der ersten Stunde notwendigen HTML-Grafikfachleute. Die anonyme reine Einweg-Informationsverteilung geht auf in interaktiven Funktionalitäten für Management der Inhalte und Geschäftsprozessabwicklung im Rahmen eines übergeordneten Wissensmanagements.
.

Knowledge Management ist gerade im IT-Bereich derzeit als Kristallisationspunkt für Technologien anzusehen, die mit vielerlei Funktionalitäten im Detail diese grundlegende Entwicklung unterstützen. Im Hinblick auf die dazu notwendigen Kommunikationsfunktion zwischen den Beteiligten sind gleichfalls Umorientierungen notwendig. Knowledge Management ist nur im Rahmen eines webbasierten ‚many-to-many’ Kommunikationsparadigmas möglich, in dem sich in laufend wechselnden Gruppenkontexten die Kommunikationsbeteiligten mit ihren jeweiligen Anforderungen spezifisch artikulieren und operativ entfalten können. Dieser allgemeine Trend im Ausbau leistungsfähiger IT-Konzepte für gruppenbasierte Kommunikation ist gerade für das Kernanliegen des vorliegenden Buches im Bereich des Personalmanagements von entscheidender Bedeutung.
.

Der vorliegende Beitrag diskutiert Rahmenbedingungen und grundlegende Ansätze der Weborientierung betriebswirtschaftlicher Geschäftsabläufe. Er geht dabei vor allem auf die sich dabei ergebenden Chancen zur Effizienzsteigerung ein, die sich im Bereich zwischenmenschlicher Interaktion ergeben, also im personalwirtschaftlichen Kontext zu sehen sind.
.

Unternehmen befinden sich im Wettbewerb. Demzufolge geht es um die Bereitstellung effizienter Infrastrukturen, welche in lokaler Auswirkung die kreative Generierung, Veredelung und Ausbildung, in ihrer globalen Ausstrahlung die breite Weitervermittlung und Kommunikation von komplexen innovativen Know-how-Feldern unterschiedlichster Art in effizienter Form unterstützen. Entsprechend sind schon seit geraumer Zeit – nicht zuletzt durch Ausstrahlungen aus der Informationstechnologie - die Prozesse, durch die Unternehmen geführt werden, im Umbruch begriffen. Es ist Intention dieses Beitrages, zeitgemäße IT-Konzepte zur Unterstützung vielfältiger Anforderungen an Individual- wie Gruppenkommunikation vorzustellen, die wertschöpfende Interaktion zwischen den Mitarbeitern eines Unternehmens eingebettet in flexible organisatorische Kontexte ermöglichen. Wertschöpfung bezieht sich dabei sowohl auf die betriebswirtschaftliche Ertragsseite der Kommunikation wie auch die Kostenseite. Auf der Ertragsseite sind Aspekte anzusiedeln wie z. B.: Reichhaltige Medien- und Ausdruckvielfalt; Werkzeuge für zielgerichtete Kontextualisierung, Filterung und Aufbereitung von Daten und Informationen; Werkzeuge zur vieldimensionalen Profilierung und Kategorisierung von Mitarbeiterwissen im Hinblick auf Individualfähigkeiten und Projekterfahrungen, eingebettet in Organisationskontexte (Angebotsseite); Werkzeuge zur schnellen Generierung von geeigneten Teamstrukturen für marktbezogene Anforderungen (Nachfrageseite). Auf der Kostenseite fließen Aspekte ein wie: Effizienz interner Kommunikation im Mitarbeiterbereich; Effizienz der Mitgliederkommunikation in virtuellen Organisationsformen; Kostenprofil virtueller Meetings gegenüber realen Meetings. Diese Themen tragen dazu bei, einerseits die Gestaltung von Kommunikation innerhalb der zehn Zellen sowie andererseits die Möglichkeiten der Interaktion zwischen den einzelnen Zellen der MO5-Wert­schöpfungs­kette transparent zu machen.