Nastansky, Ludwig: Das e-HomeOffice der e-Familie in der e-Welt: Notwendigkeiten, Konzepte und Funktionalitäten. In: Wirtschaftsinformatik in Wissenschaft und Praxis. Festschrift für Hubert Österle. Hrgb. Walter Brenner und Thomas Hess. Berlin Heidelberg (Springer Gabler) 2014, S. 287 - 298. 2014.

THEMES: Nastansky, Ludwig\...\Enduser Comput...
META STRUCTURES: LN\Papers
YEAR: 2014
 

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Das e-HomeOffice der e-Familie in der e-Welt: Notwendigkeiten, Konzepte und Funktionalitäten
Ludwig Nastansky, Universität Paderborn, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Department Wirtschaftsinformatik, Warburger Str. 100, D-33100 Paderborn, ludwig.nastansky@gcc.upb.de



      Abstract: Der Begriff "e-HomeOffice" wird im weiteren als Platzhalter für ein noch fehlendes ganzheitliches Systemverständnis der I&K-Vorgänge in der privaten Umgebung diskutiert. Das e-HomeOffice ist typischerweise durch ein partnerschaftliches Zusammenwirken mehrerer Akteure, z.B. in einem Familienverbund, charakterisiert. Der Systembegriff e-HomeOffice ist als Gegenpol zum etablierten I&K-Systemverständnis betrieblicher Einheiten in der Wirtschaftsinformatik, wie etwa Abteilung, Projektgruppe oder Gesamtunternehmung, zu verstehen. Die Akteure im e-HomeOffice müssen alltäglich mit den vielfältigen I&K-Prozessketten der Außenwelt interagieren, als Individuen wie auch als Gruppe, hier zusammenfassend als "e-Familie" charakterisiert. An Beispielsszenarios wird symptomatisch skizziert, dass aktuell von einem fundamentalen Gefälle im jeweiligen IT-basierten Leistungsvermögen zwischen Prozessen auf der Business-Seite und der ihnen in Alltagstransaktionen gegenüberstehenden e-Familie auszugehen ist. Das e-HomeOffice steht dabei auf der Nachholseite. Es wird darauf eingegangen, welche I&K-Fragmente bisher in der e-Familie genutzt werden, die als Bestandteile eines zu entwickelnden ganzheitlichen e-HomeOffice zu zählen sind. Dazu gehören die PC-basierten sog. "Office-Pakete". Es werden entscheidende Mängel dieser Systeme herausgestellt. Der aktuelle IT Paradigmenwechsel, gekennzeichnet u.a. durch das Vordringen des Mobile Computing, von "Apps" aus der "Cloud", oder BYOD, hat strukturbrechende Auswirkungen, gerade auch auf das e-HomeOffice. Vor diesem Hintergrund werden vielfältige Auswirkungen auf Gestaltungspotentiale für ein umfassendes System e-HomeOffice diskutiert. Zeitgemäße netzintegrierte betriebliche Office Systeme können als Blaupausen für das e-HomeOffice dienen.

      Keywords: Home Office, B2C, Prozessmagement, Cloud, Apps

1 Professionelles Business Engineering vs. e-HomeOffice

"Die Informations- und Kommunikationstechnik hat in den letzten vierzig Jahren Wirtschaft und Gesellschaft einschneidend verändert. Es gibt keine Hinweise, dass der Strom neuer Entwicklungen in diesem Bereich in den nächsten Jahren abreißen wird. Geschäftsmodelle, Produkte, Prozesse und Infrastrukturen werden starken Veränderungen unterworfen sein werden." [WINFO Uni SG]
Vor diesem Hintergrund hat Hubert Österle als fruchtbares Ergebnis seiner umfangreichen Forschungs- und Designarbeiten vielfältige Innovationen bewirkt und initiiert, sowie entscheidende Beiträge zu zukunftsorientierten Konzepten, Methoden, Prototypen und Lösungen für betriebswirtschaftliche Einsatzgebiete der Informations- und Kommunikationstechnik geleistet. Diese Arbeit war und ist stark an den Bedürfnissen der Wirtschaft ausgerichtet. Seit mehr als 20 Jahren steht dabei der Ansatz des Business Engineering in gestaltungsorientierter, mehr und mehr auch in grundlegend theoretischer Richtung im Vordergrund. Ausdruck der dahinterstehenden wissenschaftskonzeptionellen Evolution ist die neue Verständnisform des "Design-Research" in der Wirtschaftsinformatik, zu dessen führendem Vertreter im deutschsprachigen Raum der mit dieser Festschrift Geehrte gehört.
Der Verfasser dieses Beitrags freut sich eingeladen zu sein, an dieser Festschrift mitzuwirken. Dem inhaltlichen Leitlinienwunsch der Herausgeber, dass der Beitrag sich "irgendwo im Bereich der Leitthemen von Hubert Österle bewegen (praktischer Nutzen, Business Engineering, unternehmerische Sicht auf die IT)" soll, wird entsprochen, gleichwohl mit einer Einschränkung: Im Vordergrund der folgenden Überlegungen und Gestaltungsideen stehen eine Design-orientierte Ausrichtung sowie "praktischer Nutzen", "Engineering" und "IT". Die behandelten Themen sind jedoch weniger "Business" oder die "unternehmerische Sicht", sondern komplementär dazu die davon bewirkten außerordentlichen Herausforderungen der Betroffenen in ihrem privaten Sektor. Der e-Commerce Fokus dieses Beitrags ist also nicht auf "Business-to-Business" (B2B) ausgerichtet, sondern auf die "C"-Seite des "Business-to-Consumer" (B2C).
Gibt es auf dieser "C"-Seite denn überhaupt Themenkreise, die es wert sind, einer besonderen Betrachtung im Ausstrahlungsbereich der Wirtschaftsinformatik unterzogen zu werden? Lassen Sie uns dazu vorab einen groben Blick auf die Entwicklungen auf der "B"-Seite werfen. Hubert Österle hat mit seiner Arbeit erfolgreich daran mitgewirkt, erst einmal überhaupt das Konzept der "Business Prozesse" (BP) für Unternehmen schmackhaft zu machen und dabei die Mehrwert-Generierung im Fokus auf eine kundenzentrierte Marktverwertung von Produkten und Dienstleistungen in das Zentrum zu stellen. Unternehmensleitungen haben zugehört und sich überzeugen lassen. Konsequent wurden Unternehmensstrukturen auf den Kopf gestellt und BP-orientiert grundlegend neu gestaltet. Der aktuell zu erlebende nachhaltige Erfolg dieser betrieblichen Anstrengungen, in privatwirtschaftlichen Unternehmen und mehr und mehr auch im öffentlichen Bereich ist beispiellos. Dies gemessen an typischen betriebswirtschaftlichen Erfolgsindikatoren wie Produktivität, Kosteneffizienz und Ergebniseffektivität von Abläufen, sowie auch (zumeist) Profitabilität oder etwa qualitative Verbesserung von Bürgerdienstleistungen im öffentlichen Bereich. Die damit bewirkten Änderungen bei Geschäftsmodellen, Produkten, Prozessen und Infrastrukturen im betrieblichen Bereich haben längst ausgestrahlt auf die gesamtwirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Ebene. Die IT-Zukunft in der Prozessautomatisierung betrieblicher Abläufe wurde gleichwohl bei weitem noch nicht erreicht. Nach wie vor ungebrochen ist der technologisch evolutionäre IT-Innovationsstrom in seinem typischen Zyklenverlauf, mit seinen sich laufend anpassenden "Hype"-angefeuerten Gravitationszentren. Die aus Sicht des weltweit größten IT-Dienstleisters dabei aktuell für 2012 vier herausragenden IT-Themen "Mobile technology, business analytics, cloud computing and social business are rewriting strategic playbooks across industries", wie IBM dies in seinem alljährlich erscheinenden "Tech Trends Report" herausstellt [IBM Tech Trends Report, S. 2]. Aber es ist nicht allein die Business-Seite, die direkt betroffen ist von diesen aktuellen technologischen Trends. Im Zentrum von drei der angeführten Trends - Mobile Technology, Cloud Computing und Social Business - steht insbesondere der Konsumentenbereich. Darauf ist im weiteren noch näher einzugehen.
Der mit dieser Festschrift Geehrte hat mit seinen Arbeiten einen bemerkenswerten Anteil zu einem grundlegenden und konsequenten Umbau auf der "B"-Seite auf dem komplexen Weg in Richtung e-Commerce geleistet - und mit seinem Beitrag gleichzeitig ordentlich zu einer in ihren Dimensionen unvorhergesehenen "Überrumpelung" der Wirtschaftsakteure im "C"-Sektor beigetragen. Zu den in vielfältiger Weise Überrumpelten dieser Erfolgstrends gehören wir alle - in unserer Rolle als Konsumenten. Die Behauptung ist in dieser knappen Form sicherlich sehr grob geschnitzt, sie ist polemisch. Zumal, wenn man dies in den Kontext der unermüdlichen und erfolgreichen wissenschaftlichen Forschungs- und Gestaltungsarbeit des zu Emeritierenden setzt. Gleichwohl haben die außerordentlichen Herausforderungen, die auf Menschen in ihrer Rolle im "C"-Sektor des e-Commerce zugekommen sind, in ihren Gesamtdimensionen inzwischen einen Stellenwert, den man als nicht zu vernachlässigende und systemimmanente Schattenseite charakterisieren muss, bei der eine Charakterisierung als "Überrumpelung" erlaubt sein muss. (Die zweifellos gegebenen unzählbaren positiven Seiten des IT-getriebenen e-Commerce werden nicht in Frage gestellt, sind aber nicht Gegenstand dieses Beitrags.)
Ein symptomatisches Fallbeispiel (Versicherungskunde): Überrumpelt ist ein Krankenversicherungskunde, der sich am passiven Ende machtvoller und sehr spürbar automatisch ablaufender IT-Prozessketten sieht und dabei laufend zu Reaktionen gegenüber vielfältigen anonymen Systemprozessen gezwungen wird: Er/sie wird vom Versicherer aus diversen Medienquellen bombardiert mit e-Mails, Papierpost, Flyers, Aufforderung der erneuten gesicherten Passwort-Registrierung auf der neugebauten Webseite, Aufforderung zur Aktualisierung der Kundenprofilseite, zu wiederholende Angabe seiner Bankverbindung, dabei Nutzung von Web-geposteten Formularen zur Unterschriftsabgabe, Call-Center Nach- und Rückfragen. All dies weil: Die Flyer erklären in perfekter geschmeidiger Marketingsprache, dass der langjährig vertraute Krankenversicherer zur grundlegenden Verbesserung der Services für den Kunden sich mit einem Mitwettbewerber zusammengetan hat, dabei der Kundenservice zeitgemäß und grundlegend verbessert wurde und entsprechend eine Migration zu einem besseren Ende für den Kunden notwendig wird. Manch betriebswirtschaftlich geschulter Kunde wird sich dabei denken: Welch enormes Outsourcing von Datenerfassungs- und Verarbeitungsvorgängen, die früher vom Versicherungsagenten oder im Schalterbetrieb von Mitarbeitern abgewickelt wurden, hat hier stattgefunden. Alles mehr oder weniger auf Kosten der Kundenseite, der jetzt im Rahmen einer "Self-Service"-Kultur die zusätzliche Arbeit schöngeredet wird und die dabei noch in die Rolle der Verantwortlichen gedrängt ist, den Überblick über die jeweiligen Zusammenhänge in ihren Einzelreaktionen gegenüber den allmächtigen, menschenentsorgten Systemen "ihrer" Versicherung zu behalten.
Das angeführte Fallbeispiel vor dem Hintergrund einer oben angesprochenen Schattenseite des e-Commerce soll an dieser Stelle nicht als der Anfang vom Ende in eine unvermeidliche Katastrophenecke geschoben werden, sozusagen als Kollateralschaden einer ansonsten insgesamt äußerst erfreulichen wirtschaftlichen Entwicklung. Der Autor meint dazu nur als überzeugter Wirtschaftsinformatiker: Es ist höchste Zeit sich nicht nur anzuschauen, ob möglicherweise von den vielfältigen Erkenntnissen der Wirtschaftsinformatik nicht auch eine Fülle erfolgreich auf der "C"-Seite genutzt werden können, im Kleinstbetrieb "Familie" als Hort der Business-Akteure "Konsumenten" im B2B. Vielmehr ist es längst notwendig, für diesen Sektor mit seinen unzähligen sehr lebendigen "Betriebseinheiten" mit ihren vielfältigen komplexen internen Prozess- und Kommunikationsketten gestaltend zu wirken, ganz im Sinne des "Design-Research" in der Wirtschaftsinformatik. Dies möglichst auf vergleichbarer fachlicher Augenhöhe wie sie uns Konsumenten die andere, die "B"-Seite, vorgibt. Dazu sollen an dieser Stelle ein Beitrag geleistet und einige konkrete Gestaltungsfragmente beispielhaft angesprochen werden.

2 Evolution vielfältiger Bausteine für das e-HomeOffice

2.1 "Klassische" PC-Welt

Die letzten Jahrzehnte haben eine erhebliche Zahl von IT-basierten Werkzeugen hervorgebracht, die direkt auf Individualnutzung im privaten Bereich ausgerichtet oder aber dafür geeignet sind. Im Hinblick auf einen vergleichsweise umfangreichen und standardisierten Funktionsumfang sind hier zuvorderst die sog. Office-Pakete zu nennen. Als typisches Beispiel sei das Open Source Paket "OpenOffice" herausgegriffen.


Fig. 1. Typisches Office-Tool


Die in derartigen Systemen direkt unterstützten Funktionalitäten (Fig. 1) werden, dem aktuellen Stand der Technik entsprechend, effektiv ergänzt und ausgeweitet durch eine Architektur, die Templates, Plug-Ins, Add-Ons, Makrogestaltung und anderes mehr zulässt. Damit lassen sich eine Fülle von Verarbeitungsanforderungen im Privatbereich unterstützen. Wie für andere erfolgreiche, meist kommerziell angebotene Office-Pakete, gilt, dass inzwischen jeweilig ein globales "Ökosystem" von Nutzern, aktiven Unterstützern und Softwareanbietern existiert. Bedienungs­kennt­nisse sind gleichermaßen im Betrieb und in der Privatsphäre nutzbar. In den letzten Jahren wurden vor dem Hintergrund einer "best-practice" Erfahrungsevolution im globalen Umfeld von Anbietern und betrieblichen Nutzern eine Fülle der detaillierten Werkzeugmerkmale weiterentwickelt oder umkonzipiert. Die damit gegeben Erfahrungen lassen sich unmittelbar auch im privaten Sektor nutzen. Gleichwohl bieten Office Pakete nur sehr eingeschränkt Funktionalitäten, welche z.B. die Produktivität der auf der "C"-Seite Betroffenen im angeführten Szenario "Versicherungskunde" entscheidend zu fördern vermag.
Als essentieller Architekturmangel der Office Pakete ist anzusehen, dass sie im Kern nicht auf kollaborative Nutzung durch mehrere Nutzer ausgerichtet wurden. Sie tragen damit vor allem dem Prozessaspekt mit den jeweils begleitenden Kommunikationsvorgängen zwischen verschiedenen Akteuren, handele es sich um Mitglieder der e-Familie oder seien sie aus der Außenwelt, nicht oder nur eingeschränkt Rechnung. Es ist beispielsweise nur umständlich und kaum praktikabel abzubilden, ob ein IT-Artefakt/eine Datei (Schreiben, Behördenmitteilung, Rechnung, gescannte oder aus dem Web heruntergeladene Versicherungspolice, Bankunterlage, Immobilienunterlage, Mietvertrag, usw.) im Zustand "in Arbeit", "zwischenzeitliche Ablage" oder "als abgeschlossen in den Akten abzulegen" ist. Oder, als anderes Beispiel (Wasserschaden): Es bestehen erhebliche Schwierigkeiten bzw. Unmöglichkeit einer effektiven Abbildung von Prozessquerverbindungen unter den verschiedenen Beteiligten: Der Wasserschaden in der vermieteten Wohnung in einem Mietobjekt macht notwendig, Verbindung mit der Baubetreuungsgesellschaft aufzunehmen, dabei einen Gutachter abzustimmen, den Begutachtungstermin mit Mietern und Hausmeistern zu vereinbaren, die ganze Angelegenheit mit dem Verwaltungsbeirat des Mietobjektes einvernehmlich zu regeln, die Schadensbeseitungsmaßnahmen einzuleiten, im Streitfall für die Begleichung der Kosten als Maßnahme für Sondereigentum von dritter Seite Rat einzuholen, usw. Hier müssen nicht nur die Prozessschritte für die beteiligten externen Akteure geplant und abgewickelt werden, sondern in familieninternen Kommunikationsprozessen auch laufender Abgleich über den Status der ganzen Angelegenheit hergestellt werden, angesichts von Telefonaten, Ausgangs- und Eingangs­schreiben, e-Mails, Rückfragen, Klarstellungen, persönlichen Treffen, usw.. Für betriebliche Prozesse sind hier inzwischen oft elegante e-Workflows der Standard. An den familieninternen "Arbeitsplätzen" werden diese Prozessabläufe dagegen aktuell zumeist über Informationsverarbeitungsvorgänge gelöst, die auf "Mobilität" in der Handhabung des Mediums Papier in der physischen Welt setzen: Pinnwand am Kühlschrank, Kennzeichnung und besondere Behandlung von Original oder Kopie, Mail ausdrucken, einem anderen das Schreiben kurz zeigen, Unterlagenordner im Schrank ablegen, Hefter in der Schreibtischschublade, wichtige Notiz auf dem Küchentisch, usw. (Fig. 2).

Fig. 2. (Familien-) Internes Prozessmanagement über physisches Medium Papier


Die inzwischen zu höchst umfangreichen und komplexen PC-basierten Softwareumgebungen im "XXL"-Format mutierten Office Pakete unterstützen allenfalls in höchst eingeschränkter Weise. In ihrer statischen Ausrichtung helfen sie praktisch nur bei der Erstellung, Aufbereitung und Produktion der Papierdokumente oder unbeweglicher Dateien in der heimischen Umgebung - nicht aber bei der Dynamik des Prozessmanagements im Alltag der normalen e-Familie.

2.2 Der PC wird zum Legacy-System

Die beeindruckende Ausbreitung der Informations- und Kommunikationstechnologien (I&K) mit ihren unablässig aufeinanderfolgenden Innovationsschüben in den letzten Dekaden ist nicht ohne disruptive Phasen erklärbar. Vorhandene bisher dominierende I&K-Systeme erstarren oft an ihrer eigenen Komplexität und Größe und verschwinden. Oder aber sie werden in einen weiteren Lebenszyklus überführt, als mehr oder weniger unauffällige "Legacy" Bestandteile in einer nächsten I&K-Phase. Dieser liegen dann andere Paradigmen zugrunde, die durch eine neue Generation dominierender I&K-Umgebungen charakterisiert ist.
Letzteres geschieht derzeit mit den angeführten PC-basierten Office-Paketen. Auf unser Thema bezogen erleben wir aktuell einen weiteren dieser I&K-Paradigmenwechsel. Dies mit erheblichen Konsequenzen für die Gestaltung des "e-HomeOffice der e-Familie in der e-Welt" - wie der Titel dieses Beitrags in zugegebenermaßen sprachlich herausfordernder Weise im I&K-typischen Kauderwelsch, gleichwohl klar in der Aussage, zum Ausdruck bringt.
Die e-Familie existiert prinzipiell bereits seit Jahren. Gemeint ist dabei aber aktuell nicht mehr so sehr, dass jedes Familienmitglied nun endlich einen PC besitzt und auch bedienen kann. Vielmehr lässt sich die Existenz der e-Familie in jüngster Zeit vor allem aus dem selbstverständlichen und alltäglichen Gebrauch mobiler Endgeräte begründen, in ihren unterschiedlichsten Schattierungen und durch Mitglieder aller Generationen innerhalb der e-Familie. Zuvorderst sind hier aktuell "Smartphones" und "Tablets" zu nennen. In unablässigem Strom kommen Tag für Tag weitere e-Geräte oder e-Komponenten für die alltägliche Nutzung im Privatbereich dazu. Bisher gewohnte Grenzen zwischen Geräten oder zwischen Hardware und Software überhaupt verschwinden dabei. Z.B.: Das Navigationsgerät im Auto entwickelt sich zum Kommunikations- und Mediencenter mit Internet-Zugriff, GPS-basierte Standort­dienste werden zu einer geräteunabhängigen Funktionalität mit unbegrenzten Anwendungsmöglichkeiten in vorhandenen oder noch zu erfindenden Zielumgebungen, Spielkonsolen der jüngsten Generation basieren (wieder) auf standardmäßiger PC-Technologie und bieten neben ihrer selbstverständlichen Surffunktion für das Internet als Huckepackdienst ein exzellent ausgebautes heimisches Mediencenter mit Audio und Video an.
Eine e-Welt besteht prinzipiell gleichfalls seit Jahren. Bisher war dabei der Fokus auf "dem" Internet, über das vor allem mit dem PC zugegriffen wird. Eine Transformation ist in vollem Gang. Auch für die e-Welt gilt, dass aktuelle Trends wie Cloud-Computing und Social-Media zusammen mit der Explosion in Zahl und Art mobiler Endgeräte in disruptiver Weise zu einem grundlegend neuen Verständnis für die essentiellen Bestimmungsfaktoren dessen führen, was als e-Welt anzusehen ist.

2.3 Die neue Welt der "Apps"

Es bleibt zu fragen, was die bereits selbstverständliche Existenz einer e-Familie in einer heutigen e-Welt denn nun für die Gestaltung des e-HomeOffice bedeutet. Hier ergeben sich gänzlich neue Potentiale. Die oben angesprochenen bisher dominierenden "Office Pakete" sind dabei, mehr und mehr in die Rolle von Legacy-Systemen geschoben zu werden. Sie werden also weiter genutzt, aber ihre Dominanz verschwindet gänzlich in einem Umfeld, das durch neue Eckparameter determiniert ist. Gemeint sind dabei Parameter wie etwa: Statt "XXL-Format" im Softwaredesign einer über eine unüberschaubare Zahl von Funktionalitäten verfügbaren Mammut-Anwendung (nur der Sohn weiß noch einigermaßen Bescheid), sehr schlankes "S"-Format des Software-Fußabdrucks für eine Anwendung mit dedizierten und spezifischen Funktionalitäten; statt vom Benutzer selbst durchzuführende Einbettung in eine komplexe Betriebsumgebung mit PC, PC-Betriebssystem, einer umfang­reichen Installationsumgebung, mit unüberschaubaren Voreinstellungen, u.a.m. (das macht Vater selber, da lässt er niemanden heran), weitgehend automatische Bereitstellung; statt steiler und langer Lernkurve (das wird Mutter niemals lernen), flache und kurze Lernzyklen; statt einer Organisation der Datenbestände in Dateien innerhalb eines hierarchischen und unflexiblen Dateisystems (wo, um Gotteswillen, habt Ihr denn jetzt wieder die letzte Telefonrechnung abgelegt), ein datenbankbasiertes Tagging-getriebenes offenes Schlagwort- und Kategoriesystem mit flexiblen Oberflächen zum Bearbeiten, Ablegen, Suchen und Wiederfinden. Inbegriff der neuen Softwarekultur für Endnutzeranwendungen im Consumer Bereich sind vor allem die sog. "Apps". Diese sind eingebettet in ein durch die enorme Verbreitung der Social Media in den letzten Jahren entstandenes neuartiges globales Öko- und Sozialsystem.
Der Begriff "App" wurde zunächst geprägt für Endnutzeranwendungen auf Mobilgeräten, ist aber dabei, sich auch im klassischen PC-Umfeld auszubreiten. Die Firma Apple hat als erster PC-Anbieter nach ihrem durchschlagenden Markterfolg des App-Konzeptes für ihre Mobilgeräte seit 2012 auch für ihre PC-Systeme die grundlegende Handhabung der Software, also etwa Softwaredistribution, -installation oder -upgrade, auf eine App-Infrastruktur umgestellt. Das Funktionsangebot dieser Apps ist unüberschaubar. Dies u.a. wegen eines derzeit schon verfügbaren in die Millionen gehenden Angebots, wegen des unablässigen Auftretens neuer Apps, wegen der Marktsegmentierung auf verschiedene Hardwareanbieter, wegen der Gebundenheit an Softwarefamilien, wegen der Individualität der Geräte und nicht zuletzt wegen des enormen generellen Wachstums des Mobilbereichs, vor dessen Hintergrund diese Apps angeboten werden. War im PC-Bereich zu Anbeginn die Nutzung eines PCs durch mehrere Nutzer das Gestaltungsparadigma (was sich in den nachhaltigen Kon­sequenzen für Betriebssystem und Anwendungssoftware äußerst benutzerunfreundlich auswirkte), so ist dies im Bereich der kleinformatigen Mobilgeräte naheliegenderweise die Ausnahme. Apps auf mobilen Geräten sind auf Individualnutzung ausgerichtet.
Im Hinblick auf die Einzelfunktionalitäten decken diese Apps mehr oder weniger lückenlos ab, was auch in den oben näher angesprochenen PC-basierten Office-Paketen verfügbar ist. Ihre grundlegende Ausrichtung dabei ist aber, naturgemäß, nicht auf das bisher im PC-Umfeld dominierende "Endprodukt" Papierausdruck zentriert. Auch für andere engestammte PC-Anwendungsumfelder (z.B. Homebanking) gilt, dass entweder Apps schon existieren oder aber es nur eine Frage der Zeit ist, wann sie verfügbar sein werden. Darüberhinaus bieten Apps schon derzeit ein unüberschaubares Angebot von Funktionalitäten zur Nutzung und Gestaltung im e-HomeOffice, die auf dem bisher angestammten PC nicht verfügbar sind. Wie typisch für diese, vor allem auch aus dem Konsumentenbereich getriebene Szene, reicht das Angebot von attraktiv, über fraglich bis schlichtweg unbrauchbar oder gar unsinnig. Fig. 3 zeigt ein Schnappschussbeispiel für Apps, die für das Apple IOS Betriebs­system für mobile Geräte unter "Home Office" angeboten werden: Im Vordergrund zwei Apps, die übliche Funktionalitäten der bisherigen PC-basierten Office Welt für den Mobilbereich aufzeigen. Im Hintergrund scheint die kreative Welt eines Marketing-getrieben Konsumentenmarktes durch, auf dem sich derzeit Ideen für Sinnvolles oder weniger Sinnvolles voll austoben.


Fig. 3. Angebot von Apps für das e-HomeOffice


Die Trennung zwischen betrieblich anwendbaren Funktionalitäten und privat nutzbaren Funktionalitäten verschwimmt im Umfeld des App-Ökosystems und seiner wesentlichen Abstützung auf mobile Geräte. Ob eine App betrieblich genutzt wird oder privat, entscheidet sich oft daraus, mit welchem Backendsystem die App über das Internet/in der Cloud kommuniziert. Die vermehrte Nutzung von benutzereigenen Mobilgeräten am betrieblichen Arbeitsplatz (persönliche Laptop PCs, Tablets und Smartphones), mit ihren individuell auf die Bedürfnisse wie Vorlieben des Anwenders zugeschnittenen Apps, ist in vollem Gang. Diese "BYOD" Strömung (Bring Your Own Device) bereitet aktuell Corporate-IT enorm viel Kopfzerbrechen, u.a. im Hinblick auf damit zusammenhängende technische, organisatorische oder sicherheitspolitische Anforderungen. Es sei hier besonders hervorgehoben, dass BYOD seinen Ausgangpunkt in der IT-Nutzung im Privatsektor hat, ein bisher in seiner Breite ungewohnter Technologie- und Wissenstransfer aus dem Privatbereich an den betrieblichen Arbeitsplatz.
Für das Themas dieses Beitrags gehen von BYOD erhebliche Impulse in Richtung der Gestaltungsmerkmale und Akzeptanz der vielfältigen Komponenten aus, die ein ganzheitliches System e-HomeOffice ausmachen. Niemand kann derzeit verlässlich sagen, wie alle diese vor allem aus dem Mobilbereich und Social Media sich entwickelnden Komponenten in ihrem Zusammenwirken in ein solches Gesamtsystem e-HomeOffice münden werden. Rein beobachtend kann man gleichwohl mit Sicherheit festhalten, dass in der derzeitigen Explosion des App-Angebots eine große Fülle von Anwendungen angeboten werden, die klar dem Nutzungsumfeld e-HomeOffice zuzurechnen sind. Diese Apps auf mobilen Geräten liefern in der Synergie ihrer Eckmerkmale eine insgesamt innovative, hochattraktive und die bisherige PC-Anwendung stark verdrängende Benutzerfahrung, selbst dann, wenn sie in ihren Kernfunktionalitäten nicht mehr als eine Migration wohlbekannter Funktionalitäten aus einem bewährtem PC-Umfeld bieten. Gemeint sind hier u.a. Eckmerkmale wie: In zeitlicher Sicht immer eingeschaltet und sofort verfügbar (kein Bootvorgang), örtlich überall verfügbar (grundlegend transportabel), Bedienung mit neuartigen Gesten-Metaphern auf berührungsempfindlichem Bildschirm (mächtig und intuitiv), Datenablage benutzertransparent lokal oder in der Cloud (keine "Datei sichern" Konzepte), dichte und einfach bedienbare Integration der Kommunikationsoptionen Sprache, Text, Bild und Video, oder, nicht zuletzt, benutzertransparente automatische Umschaltung auf am zufälligen Standort gerade verfügbare Netze. Mobile Technologien und Apps sind als essentielle Bestandteile eines zukünftigen Gesamtsystems e-HomeOffice anzusehen. Ihre Ausstrahlungen auf die aktuell als wenig vorstrukturiert anzusehende Gestaltungsaufgabe "Gesamtsystem e-HomeOffice" sind grundlegend dominierender als im betrieblichen I&K-Bereich, in dem aktuell eine bereits vorhan­dene ausgeprägte Infrastruktur lang etablierter (Groß-) Systemumgebungen sich naturgemäß eher bremsend für radikale Innovationen auswirkt.

3 Gestaltungsmerkmale und Funktionalitäten eines ganzheitlichen e-HomeOffice

Mit den im vorherigen Abschnitt angesprochenen Werkzeugen und der damit verbundenen fragmentierten I&K-Infrastruktur in der e-Familie lassen sich zunehmend weniger die durch die B-Seite des B2C determinierten Anforderungen der e-Welt lösen: Das Bombardement mit digitalen Artefakten jeglicher Couleur trifft auf unverbundene Einzeltools und Papierablage (Beispielsszenario "Versicherungskunde"), für komplexe Vorgangsabwicklungen stehen die prinzipiell verfügbaren Ansätze eines zeitgemäßen Prozessmanagement nicht bereit (Beispielsszenario "Wasserschaden").
Im weiteren sollen, unter Design-orientierter Sicht, einige grundlegende Eck­punkte, wesentliche Funktionalitäten, Gestaltungsmerkmale und Architekturkonzepte angesprochen werden, mit denen die bisher angeführten Schwachstellen adressiert werden und die in ihrem Zusammenwirken und ganzheitlichen Ansatz einen Quantensprung für das e-HomeOffice bedeuten. Ein e-HomeOffice als papierlose Büroumgebung muss ausgerichtet sein u.a. auf folgende - nicht perfektionistisch, sondern prinzipiell zu verstehende - Aufgabenbereiche: Grundlegende Büroorganisation; (Büro-) Kommunikation im Haus und nach außen; Adress- und Korrespondenzmanagement, Dokumentenverwaltung, Archivierung; Informations-, Prozess- und Projektmanagement; Sicherheits- und Vertraulichkeitsmanagement; Datensicherung.
In der folgenden skizzierten Darstellung wird ausschließlich auf andernorts Bewährtes zurückgegriffen. Als Bezugsrahmen greift der Autor dazu auf seine nunmehr fast 25-jährigen Erfahrungen in seinem eigenen e-HomeOffice zurück, das seinen Ausgangspunkt in der Universität St. Gallen hatte: In der Grundlagenarbeit, in fruchtbaren fachlichen Streitgesprächen mit Hubert Österle im gerade gemeinsam gegründeten Institut für Wirtschaftsinformatik und in der Prototypenentwicklung auf Basis seinerzeit neuartiger objektorientierter Datenbanksysteme. Der seinerzeitige Ansatz hatte den Startpunkt für die Entwicklung eines kommerziellen Office Systems gesetzt, das nunmehr in Release 10 vorliegt, inzwischen von mehr als 200.000 Lizenzkunden genutzt wird und die aktuelle Basis für das e-HomeOffice des Autors darstellt [Office]. Es ist davon auszugehen, dass die Gestaltungsmerkmale netzintegrierter betrieblicher Office Systeme, die auf die Nutzung in kleinen und überschaubaren Büroumgebungen und Projektgruppen ausgerichtet sind, als grundlegende Ausgangsidee für das e-HomeOffice genutzt werden können. Dies sei als Hintergrund für Leser erwähnt, denen einige der im weiteren angesprochenen Gesichtspunkte allzu akademisch, utopisch oder unpraktikabel für eine alltägliche Anwendung in der e-Familie klingen (in ihrem beruflichen Alltagsleben machen die Mitglieder der e-Famlie solche Dinge zumeist selbstverständlich). Es seien Aspekte herausgegriffen, die erfahrungsgemäß über bisherige angestammte Gewohnheiten im Kontext Nutzung in der e-Familie hinausgehen oder besonders häufig kritischen Fragestellungen unterworfen werden.

      · Mechanismen für Kategorisierung und Tagging

Ein entscheidender Designschwerpunkt des e-HomeOffice ist auf die Strukturierungs- und Ablage­konzepte zu legen. Diese müssen grundlegend flexibler, offener und leistungsfähiger gestaltet werden als es mit den bisherigen Office Paketen möglich ist. Das e-HomeOffice wird bei den verschiedenen Mitgliedern der e-Familie nur Akzeptanz finden, wenn für jedes Mitglied das jeweilige Verständnis von Ordnung und damit verbundenen Vorstellungen einer zweckmäßigen, sachdienlichen und anwendungsfreundlichen Ablage unterstützt wird. Mit dieser Akzeptanzforderung werden zwei klassische Pole aufgespannt, die der menschlichen Natur entsprechen und wie sie auch in betrieblichen I&K-Systemen existieren: Einerseits die Forderung nach geordneten, systematischen (und durchweg hierarchischen) Strukturen, andererseits die Forderung nach Unterstützung einer lebendigen und kreativen Offenheit im Rahmen einer lockeren Vernetzung der Dinge.

Fig. 4. Ordnung vs. kreatives Chaos im e-HomeOffice


Diese beiden Pole bereiten derzeit den für Corporate I&K-Systeme Verantwortlichen erhebliches Kopfzerbrechen. Die aktuell durchweg das unternehmensinterne Rückgrad darstellenden Systemstrukturen, etwa umfassende ERP-Großsysteme mit ihrer Einbettung vorgegebener Business Prozesse, sind der wohlorganisierten, linken Seite in Fig. 4 zuzuordnen. Essentielle Merkmale von unternehmensinternen Systemen für "Social Business", die nach der viralen Ausbreitung der Social Media im Privatbereich in den letzten Jahren nun machtvoll und unaufhaltbar in die Unternehmen drängen (siehe oben das BYOD-Phänomen), werden eher durch die rechte Seite charakterisiert.
Ist überhaupt ein Design für das e-HomeOffice möglich, bei dem beiden Seiten im Spannungsfeld zwischen diesen beiden Pole Rechnung getragen wird? Dies ist möglich. Ein grundlegender (wie die Praxis zeigt auch sehr praktikabler) Ansatz ist, die mehr starren Strukturierungsanforderungen auf ein leistungsfähiges Kategoriesystem abzubilden, das nach außen eine Fülle vorgefertigter standardisierter Oberflächen bietet. Dies ist die Stärke von typischen betrieblichen Fachanwendungen. Die flexible Seite dagegen wird in einer ausgefeilten "Tagging"-Architektur im Rahmen eines vieldimensionalen Stichwortsystems und weiterer Mechanismen, wie etwa u.a. Verlinkung, unterstützt. Damit werden bedarfsorientiert vielfältige nicht vorher planbare und hochindividualisierbare Ansichten, Einstiegspunkte, Sachkontexte und Vorgangsabläufe abbildbar, die sowohl die aktuell anliegenden Dinge im Alltag unterstützen wie auch als nachhaltiges Gedächtnis im Zustand "archiviert" verbleiben können. Dies ist nicht die Stärke in betrieblichen I&K-Systemen (aber auch nicht die der typischen inzwischen milliardenfach im Alltag genutzten Social Media Werkzeuge mit ihren auf den Moment ausgerichteten, eingeschränkten und vorgegebenen (Re-) Kontextualisierungs­mechanismen). Beide der in Fig. 4 gegenübergestellten Seiten sind gleichberechtigt. Erfolgreiche Arbeit mit dieser Art von e-HomeOffice ist aus beiden Seiten uneingeschränkt möglich. Damit lassen sich z.B. Informations- und Prozessmanagementaufgaben, wie die im Beispielszenario "Wasserschaden" skizzierten, alltagstauglich in einer Art und Weise abwickeln, wie sie sich in Ansätzen zum Wissensmanagement herausgeprägt haben (siehe z.B. [Nastansky]).
      · Vertraulichkeits- und Sicherheitsmanagement

e-HomeOffice ist in einer Datenbankumgebung angelegt. Diese bietet im Hinblick auf Vertraulichkeit und Sicherheitsmanagement vielfältige Konzepte, die in der e-Familie genutzten Benutzerdatenobjekte in granularer Weise vor ungewünschten Zugriffen zu schützen. Alle Mitglieder der e-Familie mit Zugriff auf das e-HomeOffice verfügen über ihr eigenes RSA-basiertes Schlüsselpaar für Encryption und Signatur.
Verschlüsselung wird angewandt, um im Innenverhältnis Informationsobjekte innerhalb der e-Familie nach Bedarf für andere unsichtbar oder überhaupt nicht zugreifbar zu machen. Damit wird prizipiell der typischen, unter reinen Vertraulichkeits- und Sicherheitsgesichtspunkten erstaunlich differenzierten und robusten Realität für Informations- und Papierablagen in der physischen Realität einer gemeinsamen Wohnung Rechnung getragen. Das virtuelle e-HomeOffice muss die subtile Vielfalt abbilden können, dass auf Papier festgehaltene Informationen beispielsweise gehalten werden in herumliegenden Kladden, Schränken, Schreibtischfächern und verschlossenen Schubladen, Aktentaschen, für alle als sakrosankt akzeptierten persönlichen Unterlagenablagen, oder für alle prinzipiell sichtbaren aber im eigenen Schreibtischfach verschlossenen Behältern. Zur Vielfalt der Anwendungen gehört derzeit sicherlich auch, die inzwischen überbordende Zahl der Benutzernamen, Passwörter, Sicherheitscodes, usw., die alle Mitglieder der e-Familie jeweils für sich verwalten müssen, in einer kontextstrukturierten Umgebung unterzubringen, am jeweilig geeigneten und vielfältig wiederfindbaren und beliebig absicherbaren Platz – dies komplementär zu den "Schlüsselbundkonzepten" in ihrer linearen Struktur auf PC, Mobiltelefon oder Tablet.
Verschlüsselung ist weiter anzuwenden, um Vertraulichkeitsschutz und Sicherheit gegenüber Dritten nach außen zu gewähren. Hier ist die gesamte e-HomeOffice Datenbankumgebung zu verschlüsseln, wie auch der Datenverkehr über den jeweiligen Kommunikationskanal bei Zugriff über öffentliche Netze.

Referenzen
    1. [WINFO Uni SG] Homepage "Forschung" Institut für Wirtschaftsinformatik, Universität St. Gallen, http://www.iwi.unisg.ch/forschung/
    2. [IBM Tech Trends Report] Fast track to the future - The 2012 IBM Tech Trends Report, Hrsg. IBM Center for Applied Insights, IBM Corporation, New Orchard Road, Armonk 2012.
    3. [Office] Für Details sei verwiesen auf das Enterprise Office System von Pavone, http://www.pavone.de/wps/wcm/connect/DE/DE/Produkte/officemanagement/
    4. [Nastansky] K-Pool: A Process-driven Knowledge Management System for Contextual Collaboration in Virtual Communities.In: Kommers, P. and P. Isaias (Ed.), Web Based Communities, Proceeding of IADIS International Conference, 23.-25. February, IADIS (Algarve, Portugal) 2005, pp. 134 - 141.