GCC Policies: Best practices: Hinweise zu Präsentations- und Vortragstechnik 2001.

THEMES: GCC Policies\FAQ Presentati...
YEAR: 2001
Login Login
User: Anonymous


LABEL: Best practices
TIME: 2001
 
Die folgenden Hinweise gehen einerseits auf die Inhalte verschiedener Bücher zu Vortragstechnik sowie Rhetorik- und Train-the-Trainer- Seminare zurück. Sie beruhen andererseits auf der Erfahrung aus mehreren Jahren Tätigkeit als Computertrainer sowie vielen kleinen und großen Vorträgen auf Tagungen und in Seminaren.
Schließlich sind die Beobachtungen aus Projekt-, Seminar- und Diplomarbeitsvorträgen der letzten Jahre eingeflossen.

G. Riempp, 2.11.96 (Überarbeitung durch C. Huth, 24.03.03)

Weitere Hinweise zu Projekt- und Präsentationsplanung, Aufbau einer Gliederung, Zitierweise etc:

Database 'GCC KM - Knowledge Pool', View '1. All Authors\1. Intranet', Document 'Anleitung zur Abfassung von Ausarbeitungen' (bitte aufmerksam lesen, insbesondere Kap. 3,4,6,7. Das erspart viel Zeit!)

Planung:

  • Wenn man sich mit einem Thema ausführlich beschäftigt, hat man immer mehr zu sagen, als es die Vortragszeit bzw. der Seitenumfang der Präsentation zulässt. Daher: Wichtigste Aussagen festlegen, damit diese wirklich in der knappen Zeit "rüberkommen".
  • Erst Konzeption erstellen, dann mit der Gestaltung anfangen: Spart viel Zeit!
  • Oft ist die Vortagszeit vorgegeben: Unbedingt einhalten!
    Falls keine Vorgaben bestehen, genau erkundigen. Im Zweifel lieber kurz und knapp, im Anschluss besteht ggf. noch die Möglichkeit einer Vertiefung.
  • Aufbau der Präsentation:
    • Einleitung (Wo bin ich?),
    • Aufbau des Vortrags erläutern (Wie werde ich vorgehen? --> neugierig machen!),
    • Hauptteil, in Blöcke strukturiert (Was sind meine Aussagen?),
    • Schlussfolgerungen (Was ist besonders wichtig?),
    • Adressen (Wie können Sie mich erreichen?),
    • Frageteil (Genügend Zeit einplanen)
  • Klar aufeinander aufbauende Folien machen, klaren Sinnfluss gestalten: Man muss sich selbst an den Folien "entlang hanglen" können und wissen, was man bei jeder Folie sagen will (Annotationen bei Freelance zur Vorbereitung und Kontrolle).
    Dann braucht man während des Vortrages keine Merkhilfen (Karteikarten oder dergleichen).
  • Ein unbeteiligter Dritter muss den Sinn der Präsentation nur durch Lesen der Folien erkennen und die wichtigen Aussagen mitnehmen können.
  • Kompetenz ausstrahlen: Nur über Dinge referieren, über die man wirklilch Bescheid weiß. Unsichere Bereiche lieber ausklammern, als "Unsinn" zu erzählen. Kann die Unsicherheit nicht ausgeräumt werden und soll der Bereich trotzdem dargestellt, dann klar auf Schwächen etc. hinweisen.

Hinweise zur Präsentationserstellung:

  • Bei Beamer-Präsentationen: Schriftgröße mindestens 18 Punkt, fett
    Schriftstil meist fett, da besserer Kontrast.
  • Starke Kontraste wählen, z.B. Schwarz auf weißem Hintergrund.
  • Sparsam mit verschiedenen Farben umgehen, sonst wird es schnell unübersichtlich und verspielt.
  • Für gleichen Sinngehalt gleiche Farben wählen, z.B. Überschriften immer dunkelrot, Text immer dunkelblau etc.
  • Die Auflösung des Beamers, der zur Projektion der Präsentation verwendet wird, beträgt im Moment normalerweise 1024x768 Pixel. Die zur Präsentation verwendeten Notebooks haben teilweise höhere, manchmal auch niedrigere Auflösungen. Deswegen sollte vorher mit dem Betreuer der Veranstaltung besprochen werden, welche Auflösung gewählt werden kann. Im Zweifelsfall ist derzeit eine Auflösung von 1024x768 Pixeln zu wählen.
  • Immer daran denken: Die in der Präsentation erstellten Grafiken etc. sollen später auch in einer schriftlichen Fassung (Seminar-/Diplomarbeit, Tagungsband etc.) verwendet werden können, d.h.:
    • Schwarz auf weißen Hintergrund ist besser als umgedreht
    • Vektorzeichnungen sind besser als Bitmaps wegen Skalierung
    • Von vorneherein bedenken, dass beim Ausdruck für gewöhnlich nur Schwarz-Weiß bzw. Graustufen möglich sind.
  • Was sich in eine Grafik fassen lässt, z.B. Strukturen, Übersichten etc, unbedingt grafisch erfassen.
    Eine ausgewogene Mischung zwischen Grafiken und Textfolien anstreben. Auf keinen Fall nur Textfolien, umgedreht kann ein Vortrag aber durchaus weitenteils aus Grafiken bestehen.
    Merke: Menschen erfassen und behalten bildhafte Strukturen (Grafiken, Photos etc.) wesentlich einfacher und dauerhafter als textuelle Strukturen.
  • Überblend-Effekte etc. sparsam einsetzen. Nur dort verwenden, wo es dem besseren Verständnis, der Übersichtlichkeit etc. dient.
  • Durch Inhalte überzeugen, nicht durch "Gimmicks": Einfach, klar, übersichtlich ist immer vorteilhaft.
  • Übernommene Inhalte wahrheitsgemäß zitieren und eindeutige Quellen-Angabe machen.
  • Für Präsentationen im Rahmen von Office-Systeme: Genaue Quellen-Angabe entsprechend der Anleitung in Database 'GCC KM - Knowledge Pool', View '1. All Authors\1. Intranet', Document 'Anleitung zur Abfassung von Ausarbeitungen', Kap. 6 und 7

Faustregeln (abhängig vom Inhalt des Vortrages):
  • Nicht mehr als 1 Folie pro Minute des Vortrags, nicht mehr als 2-3 Minuten pro Folie
  • Bei Text-Folien: nicht mehr als 5 Aussagen pro Folie
  • Bei Vorträgen, die länger als 30 min. dauern, unbedingt kleine Pause einplanen (formell oder informell), sonst lässt die Konzentration zu sehr nach.

Vorbereitung eines Vortrages:

  • Probevortrag halten: Stimmt die Zeiteinteilung? Habe ich alle wichtigen Aussagen gebracht? Habe ich den roten Faden halten können?
    --> Zeitstop-Funktion bei Powerpoint oder Freelance nutzen: Nutze ich die kostbare Zeit wirklich bei den Hauptaussagen?
  • Bei wichtigen Vorträgen mehrmals Probevortrag vor Zuhörern (Kollegen, Freunde etc.) halten, weil
    • es die Nervosität beim eigentlichen Vortrag mindert
    • weil es schult, die wichtigen Aussagen auch wirklich zu bringen
    • weil mit der Übung die Sicherheit kommt, dass man nichts vergessen hat
    • weil jede noch so gute Vorbereitung die Praxis nicht ersetzen kann.
    • Dritte immer Dinge sehen, die man selbst nicht sieht.
    • Es besser ist, rechtzeitig Kritik zu bekommen, als sich im Vortrag zu blamieren.
  • Wenn man die Möglilchkeit hat, eine Video-Aufnahme von einem Vortrag, den man gehalten hat, anzusehen: unbedint nutzen. Viele Dinge an sich selbst kann man erst "von außen" sehen.
  • Vortragsraum vorher aufsuchen: Atmosphäre ansehen, Technik klarlegen (Beamer anschalten: In Sync mit meiner Grafikkarte? Alle Kabel da?), Mikrofon vorhanden?, Verdunklung möglich/nötig?
  • Bei wichtigen Vorträgen immer ein "Backup"-Medium parat haben, z.B. bei Notebook-Präsentationen auch ausgedruckte Folien mitnehmen. Wenn die Technik streikt, kann der Vortrag trotzdem weitergehen.
  • Rechtzeitig vorher im Vortragsraum sein, auf Toilette gehen, Trinken bereitstellen (sehr wichtig!)

Vortragsstil:

  • Auf keinen Fall zu schnell reden, aber auch nicht einschläfern. Laut und deutlich reden.
  • Natürlich bleiben: Nicht versuchen, sich zu verstellen, um eine bestimmten Stil zu treffen.
  • Auf keinenfall hektisch werden: Sollte die Vortragszeit trotz Planung nicht ausreichen, nicht beschleunigen, sondern Dinge weglassen.
  • Ganz schlechter Stil: Während des Vortrages in den Folien bzw. Slides blättern (d.h. schlechte Vorbereitung). Auf keinen Fall Folien "nur mal schnell" auflegen. Entweder auflegen und liegenlassen oder gleich weglassen.
  • Karteikärtchen zum Erinnern oder gar Ablesen sind nur ein Notbehelf. Die beste Vortragstechnik ist die freie Rede.
    Wenn der Sinnfluss klar ist, ergeben sich die Anmerkungen zu den Folien von alleine.
  • Den Zuhörern/Zuschauern beim Einblenden einer Folie Zeit lassen, nicht sofort losreden.
  • Die Folien keinesfalls ablesen: Die Zuschauer können selbst lesen!
    Erst Zeit lassen zum Lesen, dann wichtige Dinge erläutern oder kommentieren
  • Falls es das Thema zulässt und es dem eigenen Charakter entspricht: Lustige, auflockernde Elemente einbringen.
  • Bewegung in den Vortrag bringen: mit den Händen Gesten machen, ein wenig umherlaufen (sich nicht am Rednerpult festklammern).
  • Rythmus in den Vortrag bringen: Wichtige Dinge sprachlich hervorheben (z.B. lauter Reden, mit einer kleinen Pause einleiten, rhethorische Frage stellen etc.), anschließend auch Pausen machen. Auf keinen Fall einen "20-Minuten-Dauer-Redebrei" über die Zuhörer ergiessen: Diese schalten sonst bald ab.
  • Spannung erzeugen: Fragen stellen, etwas Zeit geben, Antworten bringen.
  • Wenn man echte Fragen stellt (keine rhethorischen), immer erst die Frage stellen (alle fühlen sich angesprochen und passen auf), dann Person ansprechen, bitten, auswählen (alle sind erleichtert bis auf Eine/r)
  • Keine Spielgeräte (Teleskopstifte etc.) in die Hand nehmen, da man sonst zum Spielen neigt (bringt Unruhe).
  • Nicht mit den Händen auf den Folien zeigen (bei Tageslicht-Projektoren etc.): Die Hände zittern meist! Daher Stift nehmen und auf den Projektor legen (nicht festhalten) bzw. mit dem Mauszeiger Ziel anfahren und dann Maus loslassen.
  • Auditorium ansehen (nicht auf Folien oder Notebook starren). Mit dem Blick alle Personen abdecken, nicht nur einer oder wenigen Personen "etwas erzählen".