Fakultät für Wirtschaftswissenschaften; Nastansky, Ludwig; Universität Paderborn: Management für die Zukunft ander Fakultät Wirtschaftswissenschaften - Einführung des Credit Point Systems, in: Neue Westfälische, Nr. 150, 02.07.1997 1997.

Einfühung eines Bonuspunktesystems, dass den Studienablauf stark verändern und sich internationalem Standard anpassen wird.

THEMES: Fakultät für Wirtschaftswissenschaften | Nastansky, Ludwig\03-Daylog | Universität Paderborn
YEAR: 1997
 

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Wirtschaftswissenschaften: Bonuspunktesystem ab Wintersemester 1997/98
"Management für die Zukunft"



Paderborn (aw). "Management für die Zukunft" nennt der Fachbereich 5 (Wirtschaftswissenschaften) der Universität-Gesamthochschule sein neues Konzept, mit dem er sich den schon lange anstehenden Veränderungen in der wissenschaftlichen Ausbildung stellen will. Größte Neuerung wird ab dem kommenden Wintersemester 1997/98 die Einführung eines Bonuspunktesystems sein, das den Studienablauf stark verändern und sich internationalem Standard anpassen wird.

Die Attraktivität von Deutschland als Studienort "ist rapide gesunken", gab Prof. Dr. Ludwig Nastansky, amtierender Dekan des Fachbereichs 5, gestern in einem Pressegespräch zu bedenken. Aber gerade die Internationalität liegt den Wirtschaftswissenschaftlern am Herzen. Deshalb brachten sie jetzt eine "Marketing-Broschüre" zur deutlicheren Profilierung des Fachbereichs heraus, die auch die Umstrukturierung des Studiums erläutert.

Wir müssen international attraktiver werden

Verbesserungen in der Qualität der Lehre bei gleichzeitiger Verkürzung der Studienzeiten - so lautet das hochgesteckte Ziel des "Credit Point Systems". Konkret bedeutet das für die Studierenden, daß sie im Laufe ihres Studiums Punkte sammeln - oder auch verlieren. Jede Lehrveranstaltung wird ab dem Wintersemester 1997/98 mit einer benoteten Prüfung abgeschlossen, für die es Punkte gibt. Das große Examen am Ende entfällt, die Diplomarbeit wird dann bei Erreichen einer bestimmten Punktzahl begonnen. Drei bis vier Semester sollen auf diese Weise eingespart werden. Dieses System gebe es bisher erst an wenigen deutschen Hochschulen, betonte Nastansky, doch international sei es verbreitet.

Weitere Bemühungen des Fachbereichs zielen derzeit auf eine viel stärker praxisorientierte Ausbildung. Kooperationen mit regionalen wie auch internationalen Unternehmen sollen helfen, "wegzukommen von dem alten Hochschulprinzip: Einer redet vorne und keiner hört zu". Man wolle die Studierenden - natürlich "die Besten und Motiviertesten" - "einladen, nicht ausladen", wie es angesichts zu hoher Studierendenzahlen verständlich wäre, so Nastansky weiter.

Vor allem den Austausch mit asiatischen Staaten wollen die Paderborner vorantreiben. Mit 42 Partneruniversitäten pflegt der Fachbereich Kontakte, doch räumt der Dekan auch ein, daß dort eher wenig Interesse bestehe, in Deutschland zu studieren.

Mit beiden Neuerungen soll also auch Studierenden aus anderen Ländern das Studium an der Paderborner Hochschule wieder schmackhaft gemacht und erleichtert werden. Nastansky: "Wir müssen international attraktiver werden." Dazu werden einige Veranstaltungen schon vollständig in englischer Sprache angeboten; derzeit sind es 15 bis 20 Prozent. Tendenz: steigend.

Die durch die Neuerungen erhofften, aber auch ein wenig gefürchteten steigenden Studierendenzahlen sollen mit Gastprofessuren und kürzeren Studienzeiten aufgefangen werden.